ALOTA 2016 – Diskussionsstoff im Nachgang

Kurz vor Ende des Wintersemesters und inzwischen schon einige Monate nach dem Ende der Alternativen Orientierungstage in Jena melden wir uns noch einmal zurück. Im Nachgang der ALOTA gab es nämlich einigen Diskussionsstoff, den wir euch nicht vorenthalten wollen. Worum es dabei ging, wie wir als Vorbereitungsgruppe damit umgegangen sind, was uns an der ganzen Sache nicht so gut geschmeckt hat und was wir für die Zukunft daraus ziehen, möchten wir hier deshalb kurz erläutern.

Was ist passiert?
Anfang November erreicht uns als Vorbereitungsgruppe ein offener Brief, in dem der Workshop „Antisemitismus erkennen, eingrenzen, kritisieren“ massiv kritisiert wird. Den Referent*innen wurden darin u.a. die Verharmlosung bestimmter Formen von Antisemitismus und insbesondere das Ausklammern der Existenz eines spezifisch linken Antisemitismus vorgeworfen. Unterschrieben von drei politischen Gruppen aus der Stadt, wurden wir als Veranstalter*innen der ALOTA zudem dazu aufgefordert, Stellung zu den im Brief ausgeführten Anschuldigungen zu beziehen.

Wie sind wir damit umgegangen?
Wir verurteilen jede Form von Antisemitismus und halten Aufklärung darüber für notwendig. Auch in der Ankündigung des Workshops war dieser aufklärerische Anspruch formuliert, was in dem offenen Brief jedoch entschieden als nicht eingelöstes Versprechen zurückgewiesen wurde. Da aus unserem ALOTA-Vorbereitungskreis nun außer einer*m der kritisierten Referent*innen niemand selbst bei der Veranstaltung anwesend war, schien es uns am sinnvollsten, zunächst mal die Referent*innen selbst zu kontaktieren, sodass sie sich zu den Vorwürfen äußern können. So kam es also zu einem „klärenden“ Gespräch bzw. Diskussionstreffen. Die Referent*innengruppe wies darin die Vorwürfe entschieden zurück und fühlte sich mehr als nur missverstanden. Ihre inhaltliche Darstellung der im Workshop zur Diskussion gestellten Positionen zu Antisemitismus stand schließlich jener im Brief als kritikwürdig und inakzeptabel dargestellten Sichtweise diametral gegenüber. Irritiert von den offenbar massiv auseinander driftenden Wahrnehmungen des Workshopablaufs und -inhalts, entschieden wir uns dazu, auch ihnen die Möglichkeit zu geben, sich öffentlich zu den Vorwürfen zu äußern. Hiermit möchten wir euch nun beide Sichtweisen zugänglich machen:
Den an uns adressierten offenen Brief von CC (Club Communism), JURI – Linke Gruppe und der JAPS (Jugend- Aktions- und Projektwerkstatt) könnt ihr hier nachlesen:
Offener Brief CC, JURI, JAPS

Die Antwort der Workshop-Referent*innen findet ihr hier:
Antwort der Referent*innen

Was hat uns nicht so gut geschmeckt?
Kritik und Selbstkritik sind unserer Meinung nach unverzichtbarer Bestandteil einer Bewegung (oder besser Szene), die sich das Streben nach einer besseren, herrschaftsfreien Gesellschaft auf die Fahnen geschrieben hat. „Kritik ist die Liebe unter den Genoss*innen“, hat irgendwann mal jemand Kluges gesagt und das sehen wir eigentlich auch so. Dass Diskussionen aus den ALOTA-Workshops nach dem Event weitergeführt werden, war zudem immer unser Wunsch und dass eine Auseinandersetzung mit Antisemitismus ein Teil linker und linksradikaler Praxis sein sollte, steht für uns außer Frage. Aber was stört uns dann?

Es sind im Wesentlichen zwei Gefühle, die bei uns nun im Nachklang der Diskussionen über Brief und Workshop überwiegen: Irritation und Frustration. Wir sind irritiert, weil wir nicht verstehen, warum die Verfasser*innen des Briefes, wie sie schreiben, zwar das Gespräch über Antisemitismus suchen, jedoch offenbar nicht mit der Referent*innengruppe, welche aus selbigem Grund zu dem Workshop eingeladen hatte. Stattdessen sehen wir uns als Veranstalter*innen mit der Pistole auf der Brust dazu aufgefordert, zu etwas Stellung zu beziehen, was wir aufgrund unserer Abwesenheit nur schwer beurteilen können. Frustriert sind wir darüber hinaus, weil wir mit den ALOTA jedes Jahr Freund*innen und Genoss*innen aus der Stadt dazu einladen, Standpunkte und Projekte vorzustellen und zu diskutieren, und jedes Jahr am Ende das Gefühl haben, dass dieses Angebot von einem Teil der Szene einfach nicht wahrgenommen wird. Sich in dieses Gefühl einfügend erscheint uns die per se nicht zu verurteilende Kommunikationsform des offenen Briefes nun repräsentativ für das Selbstverständnis einiger politischer Akteure, die ihre Rolle scheinbar nicht darin sehen, Kritik im Handgemenge zu üben (z.B. als Teilnehmende, Mitveranstalter*innen, Referent*innen der ALOTA), sondern in Form von Seitenlinienkommentaren mit erhobenem Zeigefinger. Das ist – etwas zugespitzt formuliert, leider das, was bei uns ankommt und was wir hiermit einmal transparent machen wollen.

Was ziehen wir daraus für die Zukunft?
Angestoßen durch die Diskussionen der letzten Wochen werden die Vorbereitungen der kommenden ALOTA voraussichtlich mit einer Klärung unserer Rolle als Veranstalter*innen beginnen.

Wie hat der ALOTA-Vorbereitungskreis bisher gearbeitet? Die Veranstaltungen der ALOTA sollen in ihrer Gesamtheit einen großzügigen Einblick in die Jenaer Politlandschaft ermöglichen. Daher laden wir seit drei Jahren ab Mai alle interessierten Menschen ein, sich am Inhalt der ALOTA zu beteiligen. Die Aufnahme in das Programm erfolgt dabei u.a. anhand der Themenrelevanz, dem Veranstaltungsformat, dem Angebot an anderen Vorschlägen und basiert zu einem guten Teil auf Vertrauen gegenüber den Referent*innen. Eine Praxis, die sich bisher sehr bewährt hat. Der ALOTA-Vorbereitungskreis sah sich dabei zu keinem Zeitpunkt als Zensurinstanz, jedoch in der Verantwortung, Veranstaltungsinhalte solidarisch kritisierbar zu machen. Dies versuchen wir zum einen nach innen hin über einen leichten Einstieg in die Beteiligung an der Orga zu erreichen und zum anderen während der ALOTA und nach außen durch ein hohes Maß an Ansprechbarkeit, Nähe zwischen Referent*innen, Publikum und Orga-Crew (bspw. durch das Couchcafé) und den Aufruf zur steten Beteiligung an den Veranstaltungen.

Folgende Fragen stellen sich uns: Sind wir für alles, was während der ALOTA gesagt wird, „verantwortlich“? Können wir bei über 50 Veranstaltungen immer genau wissen, welche inhaltliche Ausrichtung die Workshops und Vorträge haben? Ist die ALOTA nicht eher ein Raum für kritischen Austausch, für Erfahrungsweitergabe und gegenseitiges Kennenlernen, den wir jedes Jahr versuchen zu erzeugen? Brauchen wir ein konkreteres, inhaltliches Selbstverständnis und in Stein gemeißelte Grundsätze jenseits von „linken Standards“, aus denen wir dann das Programm ableiten? Braucht es mehr kontrolliertes Vertrauen bei den Veranstaltungen und deren Inhalt durch die Vorbereitungsgruppe?

Wir freuen uns über solidarische Kritik, noch mehr über ernsthafte Beteiligung und insgesamt auf ein wachsendes kritisches Handgemenge bei den kommenden ALOTA 4.0!

Antwort der Referent‘innen auf den offenen Brief von CC, JURI, JAPS

Lieber Club Communism, liebe JURI, liebe JAPS,

zunächst einmal möchten wir unserer Irritation darüber Ausdruck verleihen, dass in dem offenen Brief nicht an uns, sondern über uns geschrieben wird. Die Möglichkeit einer Diskussion, einer Stellungnahme unsererseits und einer Richtigstellung von Missverständnissen und Fehlinterpretationen war offenbar gar nicht vorgesehen. Eure Darstellung soll die Faktenlage sein, auf deren Basis das Orga-Team der ALOTA nun Stellung beziehen soll – ein sehr selbstbewusster Anspruch an die eigene Objektivität, zumal von zwei der drei unterzeichnenden Gruppen unseres Wissens niemand anwesend war.

Das schließt allerdings recht passend daran an, dass die Euch vertretende Person den Workshop lange vor seinem Ende, noch vor der Diskussionsphase verlassen und in keiner Weise das Gespräch gesucht hat. Ein nicht unbeträchtlicher Teil der Vorwürfe hätte sich erübrigt, wäre an vorgesehener Stelle darüber diskutiert worden. (Falls doch noch mehr Beobachter*innen zugegen waren und bis zum Schluss geblieben sind, haben sie sich wohl vor lauter Entsetzen die Ohren zugehalten.)

Insgesamt sind wir von Eurem Brief relativ enttäuscht. Wir hatten uns von Euch differenzierte Kritik erhofft, die an unserem tatsächlichen Wissensstand ansetzt. Stattdessen haben wir das Gefühl, Ihr unterstellt uns das, womit eben bei linken Antisemit*innen zu rechnen ist. Der größere Teil der Vorwürfe vermittelt den Eindruck, als hättet Ihr uns nicht richtig zugehört, als hättet Ihr uns bestenfalls missverstanden und schlimmstenfalls absichtlich fehlinterpretiert. Der Rest Eurer Kritik sind Punkte, die wir bewusst zur Diskussion gestellt haben, die schlicht und einfach im eingeplanten Diskussionsteil des Workshops ihren Platz gehabt hätten, statt sie in dieser Weise hochzustilisieren. Nicht umsonst haben wir einleitend betont, dass wir uns nicht als Profis sehen, dass andere im Raum möglicherweise tiefer im Thema stecken und wir uns über eine erkenntnisreiche Diskussion sehr freuen. Es ist klar vermittelt worden, dass wir Fragen stellen werden, die uns und vielen anderen bisher nicht zufriedenstellend oder verständlich beantwortet werden konnten und uns dabei gerne belehren lassen. Dabei ging der Vortragsteil allerdings schon deutlich tiefer, als viele Einführungsworkshops es bieten.

Den schweren Vorwurf, verantwortungslos und sogar kontraproduktiv über Antisemitismus referiert zu haben (was uns der Logik Eures Textes folgend auch bereits als Antisemit*innen qualifiziert), bringt Ihr also unseres Erachtens sehr leichtfertig – aus einer Position heraus, die scheinbar meint, den anderen nicht bis zu Ende zuhören zu müssen, weil man ja eh weiß, was da kommt. Nun also der Reihe nach.

Wir finden es etwas befremdlich, um welchen sinnentstellenden Fetzen unserer Thesen ihr da Anführungszeichen setzt, um die Beweislast eines Zitates zu suggerieren. Zur Klarstellung hier erst einmal die beiden Thesen, um die sich Eure Kritik dreht (und die natürlich explizit zur Diskussion gestellt worden sind):
- Oft wird Diskussionspartner*innen der Anspruch aberkannt, nicht antisemitisch sein zu wollen, und ihnen stattdessen ein bewusster, bloß verheimlichter Antisemitismus unterstellt. Im Umgang mit anderen Diskriminierungsformen wie dem Sexismus besteht ein viel größerer Konsens, dass wir alle derartige Denkmuster in uns tragen und sie selbst erkennen und überwinden wollen. So wird auch die Bereitschaft, sich Fehler einzugestehen, verringert, da immer die Befürchtung mitschwingt, im Falle einer Niederlage als (vollständiger und absichtsvoller) Antisemit „entlarvt“ zu sein.
- Es sollte auf den problematischen Gehalt einer Aussage hingewiesen, gleichzeitig aber die Intention und Motivation der betreffenden Person ergründet werden. Stattdessen wird häufig die schlimmste anzunehmende Motivation vorausgesetzt und nicht weiter hinterfragt, manchmal die Aussage sogar gezielt uminterpretiert. Ein Mensch kann auch etwas sagen, was als antisemitisch aufgefasst wird (und daher zu kritisieren ist), ohne dass dem eine antisemitische Anschauung zugrunde liegt.

Vorweg: Falls hier auf gezielte Suche hin Interpretationsspielraum entdeckt wird, wollen wir das gar nicht abstreiten. Die Thesen waren für den Kontext des Vortrages geschrieben, in dem sie ausführlicher erläutert wurden. Unzulänglichkeiten in der Formulierung (die schon aus Platzgründen sehr wahrscheinlich sind) hätten im Vortrag notiert und in der Diskussion besprochen werden können. Es ist nichts Ungewöhnliches, Thesen nach der ersten Diskussion mit Außenstehenden noch im Sinne ihrer besseren Verständlichkeit oder auch inhaltlich zu überarbeiten, das ist auch in anderen Workshops passiert. Entsprechende Hinweise nehmen wir gern an, auf Wortklaubereien mit der Absicht, uns die von Euch unterstellte Meinung nachzuweisen, werden wir uns nicht einlassen. Wir wissen, was wir denken, und für die Mehrheit der Teilnehmenden wurde es im Workshop ebenfalls deutlich.

Ihr unterstellt uns, wir hätten behauptet, nur wer antisemitisch sein wolle, sei antisemitisch und wer nicht antisemitisch sein wolle, sei es nicht. Das ist falsch, wie unseres Erachtens selbst an den alleinstehenden Thesen deutlich wird. An keiner Stelle haben wir bestritten, dass ein Mensch unfreiwillig Antisemit*in sein kann. Aus der Aussage „Oft wird Diskussionspartner*innen der Anspruch aberkannt, nicht antisemitisch sein zu wollen, und ihnen stattdessen ein bewusster, bloß verheimlichter Antisemitismus unterstellt.“ den Umkehrschluss zu ziehen, dass ein Mensch NUR antisemitisch sein könne, wenn er es wolle – das ist eine absolut unlogische Uminterpretation.

Es wird stattdessen kritisiert, dass unserer Wahrnehmung nach häufig unterstellt oder zumindest in dieser Art gestritten wird, als wüssten die Menschen genau, dass sie antisemitisch sind und wollten das bloß verheimlichen. Das heißt aber nicht, dass sie nicht tatsächlich antisemitische Denkstrukturen unbewusst in sich tragen können. Genau das sagt ja auch der zweite Satz der ersten These, den Ihr geflissentlich ausgeblendet habt: „Im Umgang mit anderen Diskriminierungsformen wie dem Sexismus besteht ein viel größerer Konsens, dass wir alle derartige Denkmuster in uns tragen und sie selbst erkennen und überwinden wollen.“ (1)

Wir lassen im Folgenden Eure unzutreffende Uminterpretation (nur wer Antisemit*in sein wolle, könnte es auch sein) beiseite und versuchen stattdessen die Diskussion zu führen, die sichhätte entwickeln können, wenn Ihr tatsächlich auf unseren Standpunkt eingegangen wärt (was bloß kein solches Spektakel gerechtfertigt hätte). So kann dem Ganzen vielleicht etwas Konstruktives abgewonnen werden.

Wir können uns natürlich darüber streiten, ob eine Person, die antisemitische Denkmuster in sich trägt, auch dann als Antisemit*in zu bezeichnen ist, wenn sie den ehrlichen Anspruch hat, diese zu überwinden. In dem Fall wären wir vermutlich fast alle größere oder kleinere Antisemit*innen. Damit wäre diese Bezeichnung überflüssig. Im Falle des Rassismus, Sexismus usw. wird unserer Erfahrung nach zum Glück eher das Konzept vertreten, den jeweiligen Vorwurf nur dann anzubringen, wenn der Mensch wider besseres Wissen auf seiner Einstellung beharrt. (2)
Womit sich der Vergleich mit Elsässer, der die gegen ihn vorgebrachten Argumente natürlich kennt, wohl erübrigt haben dürfte. Zumal auch eine Erforschung der Intention seiner Aussagen ohne Zweifel ihr Übriges tut.

Aussagen – und darum ging es in dem Workshop vorrangig – deren antisemitische Bedeutung nicht offensichtlich ist, können aus bloßer Unreflektiertheit herrühren. Sie sind deswegen trotzdem genauso zu kritisieren, aber wir halten es für sinnvoll, in diesem Fall die Motivation der Person zu hinterfragen bzw. ihr bei einfach zu erklärenden Fällen zumindest die Gelegenheit zu geben, die eigene Haltung aufgrund von Argumenten zur überdenken, bevor „das Urteil gefällt“ wird. Damit vertreten wir nicht die Position des Münchener Oberlandesgerichtes, sondern die der Amadeu-Antonio-Stiftung, deren entsprechendes Bearbeitungsschema antisemitischer Aussagen wir im Vortrag auch präsentiert haben. (3)

Unserer Meinung nach ist es sinnvoll, auch innerhalb dieser „unreflektierten“ Aussagen noch einmal zwei Dinge zu differenzieren: Das eine (darauf bezieht sich vor allem die erste These) sind Aussagen, die tatsächlich Ausdruck unbewusster, antisemitischer Denkmuster sind. Hierbei sollte (eben vergleichbar zu rassistischen Äußerungen) darauf hingewiesen werden, dass die Aussage antisemitisch ist, aber auch der betreffenden Person unterstellt werden, sich des problematischen Gehalts nicht bewusst gewesen zu sein UND (denn ja, das Unbewusstsein allein reicht nicht) selbst den ehrlichen Anspruch auf Erkennen und Überwinden dieser Denkmuster zu haben und zu verwirklichen. Wie oben begründet, würden wir nicht die Bezeichnung „Antisemit*in“ anwenden, solange sich dieser Anspruch bestätigt.

Zum anderen (das liegt der zweiten These zugrunde) denken wir, dass es auch Aussagen gibt, die per se nicht antisemitisch sind, trotzdem aber antisemitische Diskurse unterstützen können. Auch die sind zu kritisieren, aber es sind der Person deswegen nicht einmal unbewusste antisemitische Denkstrukturen (zumindest nicht mehr als ohne die Aussage) notwendig zu unterstellen. Ein Beispiel gewann gerade in der Wirkung Eures Briefes wieder in unserem persönlichen Umfeld an Aktualität: Viele Menschen äußerten den Eindruck, dass in der Debatte um Israel und/oder Antisemitismus Tabus existieren. Wo nach Eurer Ansicht die jeweilige Person offenbar schon fast auf einer Stufe mit Jürgen Elsässer steht, sollte unserer Ansicht nach eben erst hinterfragt werden, was genau gemeint ist. Ist zum Beispiel (wie in diesem Fall) die innerlinke Debatte damit gemeint, hat diese Aussage nicht im Entferntesten etwas mit der (unbewussten) antisemitischen Fantasie von jüdischer Allmacht zu tun, die den medialen Diskurs beeinflusst und das Gedenken an die Shoah missbraucht, indem sie „Tabus“ aufstellt. Trotzdem können wir die Person darauf hinweisen, dass diese Formulierung ohne entsprechenden Kontext Antisemit*innen in ihren Wahnvorstellungen bestärken könnte. Die Aussage kann also antisemitisch aufgefasst werden, ist es aber nicht unbedingt. Dass innerhalb der Linken bezüglich dieses Themas Tabus bestehen, würden auch wir nicht bestreiten. Im Gegenteil, Tabus sind doch gar nicht unbedingt etwas Schlechtes, Abzuschaffendes. Natürlich gibt es mehr oder weniger in jeder Debatte einen – wenn auch meist sehr unscharfen – linksradikalen Minimalkonsens, der im Allgemeinen nicht zur Diskussion steht. Das bekommen andere zu spüren, wenn sie die Existenz des Patriarchats in Frage stellen. Die Frage ist, wo diese Tabus angesetzt werden, wo sie über das Ziel hinausschießen und wie mit einer „Übertretung“ umgegangen wird.

Aufgrund der hier nochmal ausführlich beschriebenen Herangehensweise uns eine Verharmlosung von Antisemitismus zu unterstellen, finden wir einen abenteuerlichen Vorwurf. Ganz im Gegenteil sind wir der Ansicht, dass Ihr mit dem unscharfen Gebrauch dieser Diagnose der Aufklärung über Antisemitismus entgegenwirkt. Einerseits, weil der Vorwurf schlicht unzutreffend sein kann, andererseits, weil sich eine ganz andere oder überhaupt eine Gesprächsgrundlage zur Aufklärung ergibt, wenn wir der betreffenden Person zwar den antisemitischen Gehalt oder die potentielle Wirkung ihrer Aussage deutlich machen, sie aber nicht sofort als Antisemit*in bezeichnen (was zweifelsohne, wenn es zutrifft, in der Diskussion durch Faktenresistenz, Anwendung von Stereotypen usw. sichtbar wird). Auch relativiert Ihr unseres Erachtens den gefestigten Antisemitismus eines Jürgen Elsässers, wenn Ihr keine Abstufung zulasst zu dem vermeintlichen oder ungewollten Antisemitismus einer Person, die etwas Unreflektiertes sagt. Ein einfacher Irrtum in Bezug auf Israel, eine Verharmlosung des Nationalsozialismus durch einen Putin-Hitler-Vergleich (beides zu kritisieren) ist für Euch zumindest qualitativ das Gleiche wie die Rede von jüdischer Allmacht.

Indem Ihr den Anspruch aufgebt, den „Menschen in die Köpfe zu gucken“ (das kann niemand, aber wir und sie selbst können sehr wohl im Gespräch genauer erforschen, was sie denken), vertretet Ihr offenbar eine Strategie, die unseren Praxiserfahrungen mit antideutscher Antisemitismus-Kritik leider nur allzu häufig entspricht: Eigentlich ist egal, was die Leute denken und was von Eurer Kritik sie verstehen, solange sie sich nicht trauen, etwas Antisemitisches zu sagen oder zu tun. Ist das Euer Verständnis von nachhaltiger Aufklärung über Antisemitismus?
Wie viele Leute haben uns allein als Reaktion auf Euren offenen Brief reflektiert, dass sie sich durch das Klima in der Diskussion eher abgeschreckt als angespornt fühlen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, geschweige denn darin zu positionieren. Da bevorzugen wir lieber eine ehrliche Auseinandersetzung, in der Fehler gemacht werden, aber tatsächlich der eigene Antisemitismus bekämpft wird, als eine Atmosphäre, in der sich nach außen geduckt oder präventiv mit einem Israel-Button geschmückt, nach innen aber oft nur oberflächlich und plattitüdenhaft damit beschäftigt wird. Zugegeben, das sind Phänomene, die auch in Diskussionen bspw. um Sexismus auftreten, aber für die Auseinandersetzung mit Antisemitismus empfinden wir sie als besonders prägend. Immerhin ist das das einzige Thema, zu dem uns bereits im Vorhinein viele Leute signalisierten, dass sie da lieber die Finger von lassen würden, und auch Vertreter*innen von Gruppen zugaben, dass sie lieber gar keine Veranstaltung zu Antisemitismus ausrichten, um sich nicht angreifbar zu machen.

Dass Ihr uns im nächsten Abschnitt vorwerft, antizionistischen Antisemitismus nicht erkennen zu können, dann aber eine Abhandlung desselben vornehmt, die teilweise fast wörtlich dem entspricht, was wir gesagt haben, finden wir bezeichnend für die Ernsthaftigkeit, mit der Ihr Euch mit unserem Vortrag auseinandergesetzt zu haben scheint. Oder wisst Ihr zu beurteilen, dass wir diesen Teil des von uns Gesagten eigentlich selbst gar nicht verstanden haben? Wie auch immer, wenigstens darüber müssen wir also nicht streiten.

Zum 3D-Test. Auch hier sei wieder auf die Amadeu-Antonio-Stiftung verwiesen, die unsere Einschätzung teilt, dass er nicht blind als Schablone zu benutzen und alles, was hineinpasst, als Antisemitismus zu bezeichnen ist (ebenfalls Riebe 2014). Er eignet sich hervorragend zur
Sensibilisierung und häufig bestätigt sich der Verdacht des Antisemitismus, allerdings eben nicht grundsätzlich. Aber auch hier habt Ihr uns offenbar mindestens stark missverstanden. Von den 3 Ds waren es nämlich nur die Doppelstandards, von denen wir meinten, dass sie ständig und überall gegen den politischen Gegner angewandt werden und so auch bei Israel andere Ursachen als Antisemitismus haben können. Euer Vergleich zur Widerlegung dessen (4) ist logisch nicht haltbar: Eine Diskriminierungsform schließt die andere nicht aus, impliziert sie aber auch nicht einfach. Ein richtiger Vergleich wäre daher gewesen: Davon, dass eine Burschenschaft einen migrantischen Wehrdienstverweigerer ausschließt, lässt sich noch nicht bestimmen, ob sie es tut, weil sie Wehrdienstverweigerer oder weil sie Migrant*innen ausschließt, oder ob beides zutrifft. Auf Israel übertragen hieße das zum Beispiel: Eine Überthematisierung des Nahostkonflikts (ein Klassiker, wenn es um Doppelstandards geht) kann daher rühren, dass die Person Antisemit*in ist, aber auch zum Beispiel durch persönliche Betroffenheit entstehen – oder beides. Auch wirtschaftliche Interessen können das Bild färben (und dabei vielleicht sogar eine*n tatsächliche*n Antisemit*in verbergen, wenn die wirtschaftlichen Interessen eine Parteinahme zugunsten Israels verursachen) usw. Das lässt sich eben nur durch Nachhaken herausfinden. Und es entbindet so oder so nicht davon, die Person darauf hinzuweisen, dass ihre Position evtl. auch den antisemitischen Diskurs um Israel bestärkt. (5)

Aber wollt Ihr allen Ernstes sagen, eine Person, die Verwandtschaft in Palästina (oder auch Israel) hat, müsse sich erst über alle vergleichbaren Konflikte der Welt im gleichen Maße informieren, bevor sie den Nahost-Konflikt thematisiert, damit sie kein*e Antisemit*in ist? Oder dass persönliche Betroffenheit im Nahost-Konflikt zwangsläufig Antisemitismus produziert, weil sie für die betroffene Person nun einmal zu einer Überpräsenz des Konfliktes führt? Mehr noch: Ist etwa die unvermeidliche Wut auf das israelische Militär nach „Strafmaßnahmen“ wie Häuserzerstörungen unumgänglich antisemitisch? Damit wärt Ihr recht nah an der Behauptung, die Ihr zu Recht vehement bekämpft (und uns zu Unrecht unterstellt), nämlich, dass Israel eigentlich selbst schuld sei am Erstarken des Antisemitismus.

Die zuletzt recht speziellen Beispiele ließen sich fortführen und sollen zeigen, dass eine ablehnende Haltung zu Israel eben auch andere Ursachen haben kann. Das heißt nicht, dass diese Ursachen und die daraus erwachsende Haltung zu verteidigen sind. Auch Heterosexismus (um Euer eigenes, wahrscheinlich recht marginales Beispiel aufzugreifen) ist zu verurteilen und zu bekämpfen. Es heißt auch nicht, dass die unterstützende Wirkung für antisemitische Standpunkte nicht kritisiert werden sollte. Und es heißt schon gar nicht, dass sich das alles nicht mit tatsächlichem Antisemitismus verbinden kann, was es auch nicht selten tut und sich durch den Rückgriff auf antisemitische Stereotype u.v.m. zeigen kann. Aber diese Ursachen müssen versucht werden zu erkennen, will man nicht einfach am Problem vorbeireden. Wir brauchen der*dem Heterosexist*in nicht vom Antisemitismus erzählen, wenn sein Problem nun einmal tatsächlich die Freiheiten für schwules und lesbisches Leben in Israel sind. Damit erweisen wir weder der Aufklärung über Homophobie noch der über Antisemitismus irgendeinen Dienst.

Damit kommen wir langsam zum Ende. Den Rest der Vorwürfe müssen wir nicht weiter kommentieren, wir haben uns von mehreren Workshop-Teilnehmer*innen die Bestätigung geben lassen, dass wir weder den Zionismus als nationalistisch, rassistisch und damit abzulehnend bezeichnet, noch Israel die Mitschuld am Antisemitismus gegeben haben. Offenbar konntet Ihr da nicht unterscheiden, wo wir unsere eigene Meinung geäußert und wo wir problematische Standpunkte oder Formulierungen anderer wiedergegeben haben (auch die „Antisemitismuskeule“ kam allenfalls als Zitat von Eindrücken aus der innerlinken Debatte vor). Vielleicht habt Ihr auch die Diskussionsbeispiele für die Kleingruppenphase als unsere Meinung aufgefasst. Bessere Aufmerksamkeit wäre geboten, bevor solche schwerwiegenden Vorwürfe erhoben (und veröffentlicht) werden.

Eigentlich sind diese Unterstellungen auch eine Anmaßung gegenüber den zahlreichen Menschen, die im Raum saßen und teilweise sehr offensichtlich auf das Finden und Anmahnen von Fehlern erpicht waren – aber angeblich solche Ausfälle unsererseits übersehen oder zumindest unkommentiert gelassen haben sollen.

Wir haben einen Workshop gehalten, der über das, was wir als Einführungsworkshops erlebt und an einführenden Texten gelesen haben, hinausging. Alles Wesentliche war enthalten, und darüber hinaus wurden Kritik und Fragen geäußert, die uns bisher weder von einführendem noch von tiefergehendem Material schlüssig beantwortet werden konnten –auch nicht von der Referentin eines Einführungsworkshops. Uns dafür zu attestieren, der Workshop habe sein Ziel der Aufklärung über Antisemitismus verfehlt, ist umso absurder, als die Kritisierenden die Veranstaltung lange vor Ende verlassen und die fest eingeplante Möglichkeit zur Diskussion während des Workshops überhaupt nicht genutzt haben – im Gegensatz zu einigen anderen, sehr kritischen Menschen, mit denen über Verschiedenes sachlich diskutiert werden konnte.

Bestätigt sehen wir uns vor allem in einigen der Thesen, die wir zur Diskussionskultur aufgestellt haben: Es wird nicht wirklich auf die Argumente der Diskussionspartner*innen eingegangen, es werden Aussagen (bewusst oder unbewusst) so negativ wie irgend möglich interpretiert und es wird eine einschüchternde Stimmung erzeugt, die definitiv nicht dazu beiträgt, dass sich Menschen mit dem Thema tiefer befassen, geschweige denn selbst Aufklärungsarbeit leisten wollen. Das sind für uns die wesentlichen Leistungen Eures Briefes. Die zugebenermaßen stattgefundene weitere Beschäftigung mit der Thematik hätte sehr viel effizienter, differenzierter und in größerem Personenkreis stattfinden können, wenn Eure Kritik sich öfter auf unsere tatsächlichen Standpunkte bezogen und sich der Schwerpunkt der Auseinandersetzung mit dem Brief nicht aufgrund von einem Gefühl der Einschüchterung und Ärger über die Form vom Inhaltlichen wegverlagert hätte.

Viele Grüße
die Referent*innen

(1)
Uns ist (wie auch im Vortrag deutlich wurde) die Spezifik des Antisemitismus gegenüber anderen Diskriminierungsformen, besonders durch seine Vernichtungslogik, bewusst. Wir setzen ihn daher mit diesen nicht gleich, wenn wir den Begriff der „Diskriminierungsformen“ als Überkategorie wählen. Auch dass er mit seiner Funktion der Komplexitätsreduktion noch eine ganz andere Dimension hat, bleibt davon unberührt. Etwaige Kritik an dieser Begrifflichkeit nehmen wir trotzdem interessiert auf.

(2)
„Wider besseres Wissen“ bezieht hierbei auch Aussagen ein, die offensichtlich und allgemein bekannt als antisemitisch aufzufassen sind (die Grenze ist natürlich schwer zu ziehen). Explizit antisemitische Äußerungen („Juden sind gierig“) oder Sprüche, bei denen diese Konnotation als bekannt zu unterstellen ist („Arbeit macht frei“), bedürfen selbstverständlich nicht dieser Überprüfung der Intention.

(3)
Riebe, J. (2014): „Wie unterscheide ich Kritik von israelbezogenem Antisemitismus?“ In: „Kritik oder Antisemitismus? Eine pädagogische Handreichung zum Umgang mit israelbezogenem Antisemitismus“ der Amadeu-Antonio-Stiftung:
https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/w/files/pdfs/handreichung_antisemitismus_internet.pdf

(4)
Dass Israel auch aus anderen Gründen als Antisemitismus mit doppelten Standards behandelt werden könne, war für Euch vergleichbar mit der Aussage, Burschenschaften seien nicht sexistisch, weil sie neben Frauen auch Wehrdienstverweigerer ausschließen.

(5)
Allerdings stößt auch das an seine Grenzen, weil jede noch so angemessene, sachliche und wahre Kritik (auch innerisraelische) von Antisemit*innen aufgegriffen, notfalls aus dem Zusammenhang gerissen und missbraucht werden kann, denn sie suchen danach. Das zu vermeiden ginge nur, indem Israels Politik von niemandem mehr kritisiert wird.

Wir sind umgezogen

Neuer Blog, neues Glück.

Besucht die Alternativen Orientierungstage 2015 auf dem neuen Blog für das aktuelle Programm und vieles mehr.

http://alota.co.vu/

*ALOTA 2.0 – Call for participation*

*ALOTA 2.0 – Call for participation*

Zum Start des Wintersemesters 2014/15 fanden zum ersten Mal die
„Alternative Orientierungstage“ (ALOTA) an der Uni Jena statt. Über 30
Veranstaltungen in 10 Tagen sollten zeigen, dass Credits und
Musterstudienplan widerständiges Studieren nicht ganz verhindern können.
Die große Beteiligung an den zahlreichen Workshops, Stadtrundgängen,
Diskussion haben gezeigt, dass der Wille dazu da ist. Auch weil die
politische Infrastruktur der Stadt dadurch ein Stück weit zugänglicher
wurde, waren die ALOTA ein großer Erfolg.

Antirassismus, Antisexismus, Feminismus, Antifaschismus, Bildungskritik
und Selbstorganisation sind Themen, die im Universitätsalltag
systematisch zu kurz kommen. Unter dem Motto „Still not lovin‘
Friedolin“ wollen wir deshalb auch dieses Jahr wieder kritisch in den
Trott einer auf Leistung und Verwertbarkeit getrimmten Uni
intervenieren. Wir laden euch ein, gemeinsam mit uns erneut ein buntes,
kritisches Programm für den kommenden Semesterstart zusammen zu stellen.

Warst du selbst letztes Jahr bei Veranstaltungen dabei? Hast du Kritik?
Hat ein Thema letztes Jahr gefehlt?
Wenn ihr euch einbringen wollt, lasst es uns wissen oder kommt am besten
gleich vorbei zum ersten *offenen Planungstreffen der ALOTA 2.0* am
Freitag, dem 22.05.2015 um 14 Uhr im „Infoladen Jena“ (Schillergäßchen
5, überm Grünowski).

Oder schreibt uns per Mail an alota@riseup.net.

Wir freuen uns auf eure Beteiligung und eine erfolgreiche ALOTA 2.0!

Und noch einmal Ahoi!

Die Alternativen Orientierungstage (ALOTA) sind nun schon eine ganze
Weile her und das Studium ist in vollem Gange. Nichtsdestotrotz – oder
vielleicht eher gerade deshalb – wollen wir an dieser Stelle nocheinmal
zu dem Punkt zurück, an dem für uns eigentlich alles begann; nämlich zu
der Frage, nach den Möglichkeiten und Notwendigkeiten in Jena politisch
aktiv zu werden, sich zusammenzutun, etwas ins Rollen zu bringen.

Gründe gibt’s genug, das hat uns die ALOTA deutlich vor Augen geführt:
Asylgesetze und Isolation von Geflüchteten, Neonazi-Strukturen, ein
durchökonomisiertes Bildungssystem, reaktionäre Burschenschaften, um nur
einiges aus dem Programm nocheinmal aufzuzählen.

Wir möchten euch deshalb (und weil unser letzter Versuch im Herbst zu
einem ALOTA-Nachbereitungstreffen einzuladen, leider ein bischen an Ort
und Zeit und Partyrausch gescheitert ist) mit dieser Mail nocheinmal
herzlich zu einem offenen Informations- und Austauschtreffen einladen.
Im Zuge der Winter-Wiederbelebung des Infocafes (siehe unten) wollen wir
mit euch über Perspektiven und Möglichkeiten für Politik, Protest und
Widerstand in Jena und generell plaudern, auch gedacht eben als kleiner
Nachruf der ALOTA im Herbst.

Also kommt vorbei: //„Was geht in Jena?“ – offenes INFOCAFE// nächsten
Freitag, 05.Dezember// 16Uhr im Infoladen

Wir freuen uns auf euch!
Die ALOTA-Crew und Pekari – offene linke Basisgruppe
--------------------------

*Einladung zum Infocafe*
//jeden Freitag im Dezember//ab 16Uhr im Infoladen//Schillergäßchen 5//

*Was ist das Infocafe?*
Das Infocafe ist als offene und genauso gemütliche wie politische
Anlaufstelle für aktive Menschen in Jena und solche die es werden wollen
gedacht. Wenn ihr nach wie vor Lust habt aktiv zu werden und nach
Möglichkeiten oder Anlaufstellen dazu sucht, wenn ihr eigene Ideen und
Tatendrang oder doch eher Fragen und Unsicherheiten habt, wenn aktuelle
Infomaterialien braucht oder wenn ihr einfach Bock habt ein bisschen
mehr herauszufinden, was in Jena eigentlich so geht, kommt vorbei!

*Was ist der Infoladen?*
Der Infoladen im hinter dem Theater und überm Cafe Gründowski im
Schillergäßchen beherbergt viele verschiedene Projekte und ist nicht weg
zu denken aus der selbstorganisierten, politischen Infrastruktur in
Jena. Neben Infos zu aktuellen Kampagnen, Demos oder Soli-Partys, allen
möglichen Magazinen und Zeitungen und einer gut ausgestatteten,
politischen Bibliothek findet ihr dort zum Beispiel auch die Rote Hilfe.
Es ist ein antifaschistischer Raum, der die Mög­lich­keit schaf­fen
soll, sich zu ver­net­zen und aus­zu­tau­schen und ge­mein­sam Ideen
um­zu­set­zen. Ein Raum für un­dog­ma­ti­sche linke Po­li­tik und
Sub­kul­tur. In regelmäßigen Abständen finden dort u.a. auch Filmabende
und Vorträge statt.
Mehr Infos über kommende Veranstaltungen und die aktuellen
Öffnungszeiten findet ihr auf der Webseite:
http://infoladenjena.blogsport.de